Der Adrenalinkick, das Knistern der Spannung und das Gefühl, wenn man selbst auf der Shiai-Fläche steht, sind unvergleichlich – das habe ich bei meinem letzten Kendo-Turnier wieder einmal hautnah erlebt.
Kendo ist so viel mehr als nur ein Sport; es ist ein tiefgehender Weg, der den Geist schärft, den Charakter formt und uns immer wieder an unsere Grenzen bringt.
Jeder Hieb, jede Abwehr, jeder Kiai ist eine Lektion in Disziplin und Selbstbeherrschung, die weit über das Dojo hinausreicht und uns auch im Alltag stärkt.
In unserer heutigen, oft so chaotischen Welt bietet diese traditionelle japanische Kampfkunst einen einzigartigen Ankerpunkt für innere Stärke und Fokus.
Ich habe dabei nicht nur versucht, meine Techniken zu perfektionieren, sondern auch gelernt, wie man unter Druck einen klaren Kopf bewahrt. Was genau bei diesem Turnier alles passiert ist und welche wertvollen Erkenntnisse ich daraus ziehen konnte, verrate ich euch jetzt.
Lasst uns gemeinsam in dieses spannende Erlebnis eintauchen und alle Details genau beleuchten!
Der Gongschlag und die Stille davor: Meine Nerven auf der Shiai-Fläche

Das Kribbeln vor dem ersten Kampf: Adrenalin pur
Ich erinnere mich noch genau an den Moment, bevor mein erster Kampf auf diesem Turnier begann. Man steht da, umgeben von der gespannten Stille, die nur vom leisen Rascheln der Hakama und dem gelegentlichen Geräusch eines sich ordnenden Bogu unterbrochen wird. Mein Herz pochte wie wild, ich konnte es bis in die Fingerspitzen spüren. Es ist diese einzigartige Mischung aus Vorfreude, Respekt vor dem Gegner und einem Hauch von Lampenfieber, die Kendo-Turniere so besonders macht. Man hat wochenlang trainiert, unzählige Stunden im Dojo verbracht, Schweiß vergossen – und jetzt, in diesen wenigen Sekunden vor dem “Hajime”, muss alles zusammenkommen. Ich habe versucht, meine Atmung zu beruhigen, mich auf meine Mitte zu konzentrieren, wie mein Sensei es uns immer wieder predigt. Doch die Gedanken rasen, man spielt im Kopf noch einmal die Eröffnungsstrategie durch, die man sich zurechtgelegt hat, und gleichzeitig fragt man sich, ob man wirklich bereit ist für das, was kommt. Der Fokus auf den Gegner ist da, aber auch das Bewusstsein für die eigene Anspannung, die sich in jedem Muskel bemerkbar macht. Es ist eine faszinierende Erfahrung, wie der Körper in diesem Moment unter Hochdruck funktioniert, während der Geist versucht, absolute Klarheit zu bewahren. Ich habe dabei gemerkt, wie wichtig die mentale Vorbereitung ist, fast genauso wichtig wie die physische, um diese Achterbahn der Gefühle zu meistern und sich ganz auf den Kampf einzulassen.
Die mentale Achterbahnfahrt: Fokus und Ablenkung
In diesen entscheidenden Minuten vor dem Start ist es eine wahre Herausforderung, den Geist von allen unnötigen Ablenkungen zu befreien. Man sieht andere Kämpfe, hört die Kiais von überall her, und das eigene Team feuert an – all das ist Energie, die man aufnehmen kann, aber auch Lärm, der ablenkt. Ich habe mich in diesen Momenten oft dabei ertappt, wie ich versuchte, die Geräuschkulisse auszublenden und mich ganz auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Mein Blick suchte meinen Sensei, der mir mit einem kleinen Nicken signalisierte: “Du schaffst das.” Diese kleinen Gesten der Unterstützung sind unglaublich wertvoll, sie geben dir das Gefühl, nicht allein zu sein, selbst wenn du gleich alleine gegen deinen Gegner antrittst. Es ist, als ob man einen Schalter umlegt, der einen in einen Tunnelblick versetzt, in dem nur noch der Gegner und die eigene Technik existieren, alle anderen Geräusche und Bilder verschwimmen im Hintergrund. Diese Fähigkeit, sich in einem chaotischen Umfeld zu fokussieren, ist etwas, das Kendo nicht nur auf der Shiai-Fläche lehrt, sondern auch im Alltag ungemein hilfreich ist, wenn es darum geht, sich auf wichtige Aufgaben zu konzentrieren. Ich habe bei diesem Turnier definitiv gelernt, wie man diese mentale Stärke noch besser abruft und gegen die innere Unruhe ankämpft. Es ist ein ständiger Prozess, aber jeder Fortschritt fühlt sich wie ein kleiner Sieg an, lange bevor der erste Treffer fällt und das Turnier seinen Lauf nimmt.
Wenn die Blicke sprechen: Taktik und Intuition im Kampf
Das “Ma-ai” verstehen: Distanz als Waffe
Sobald der Kampf beginnt und man sich gegenübersteht, wird das “Ma-ai”, die Distanz zwischen den Kämpfern, zur entscheidenden Variable. Es ist faszinierend zu beobachten, wie jeder Kendoka versucht, die perfekte Distanz für seine Angriffe zu finden und gleichzeitig die des Gegners zu stören. Ich habe mich in meinem ersten Kampf gegen einen wirklich schnellen Gegner wiedergefunden und sofort gemerkt, dass mein gewohntes Ma-ai nicht funktionieren würde. Er war stets einen Schritt schneller, immer bereit, meine Angriffseröffnung abzufangen. In solchen Momenten zählt nicht nur die Technik, sondern auch die Fähigkeit, sich blitzschnell anzupassen und intuitiv zu reagieren. Ich versuchte, ihn mit kleinen Bewegungen aus dem Konzept zu bringen, die Distanz zu variieren, mal näher heranzugehen, dann wieder zurückzuweichen, um seine Angriffsmuster zu unterbrechen und ihn zu Fehlern zu provozieren. Es ist ein ständiges Schachspiel mit dem Körper, bei dem man die Absichten des anderen aus kleinsten Veränderungen in Haltung oder Blickwinkel zu lesen versucht. Meine Sensei sagt immer: “Dein Schwert ist eine Erweiterung deines Geistes.” Und genau das spürt man in diesen Augenblicken – man muss förmlich mit dem Gegner “sprechen”, ohne ein einziges Wort zu wechseln, nur durch die Bewegung des Shinai und die Position des Körpers, eine unglaublich subtile, aber kraftvolle Form der Kommunikation, die man nur durch jahrelanges Training wirklich verinnerlichen kann.
Den Gegner lesen: Absichten erahnen und kontern
Im Laufe der Kämpfe habe ich immer besser gelernt, die Körpersprache meines Gegners zu “lesen”. Es sind die kleinen Details: ein Zucken in der Schulter, eine leichte Verlagerung des Gewichts, ein Blick, der zu lange auf einen bestimmten Punkt fixiert bleibt. All das können Indikatoren dafür sein, was der Gegner als Nächstes plant. In einem meiner späteren Kämpfe stand ich einem sehr erfahrenen Kendoka gegenüber, der eine unglaubliche Ruhe ausstrahlte. Es war fast unmöglich, seine Absichten zu erkennen, er schien alle Emotionen und Bewegungen zu maskieren. Ich habe mich in diesem Kampf darauf konzentriert, nicht zu aggressiv zu sein, sondern geduldig auf eine Öffnung zu warten. Manchmal ist der beste Angriff das Warten auf den Fehler des Gegners, das Ausnutzen eines winzigen Moments der Unachtsamkeit. Ich habe mich an die Lehre erinnert, dass Kendo nicht nur aus Schlagen besteht, sondern auch aus dem Verhindern, geschlagen zu werden. Diese defensive Haltung, kombiniert mit dem ständigen Druck, selbst eine Lücke zu finden, ist mental extrem anspruchsvoll und erfordert höchste Konzentration. Ich habe dabei gespürt, wie meine Intuition im Laufe des Turniers geschärft wurde. Man entwickelt fast ein sechstes Gefühl dafür, wann und wo der nächste Angriff kommen könnte, und wie man ihn am besten abwehrt oder sogar in einen eigenen Konter umwandelt. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn man eine Bewegung des Gegners antizipiert und erfolgreich reagiert – ein kleiner Triumph der Achtsamkeit und Schnelligkeit, der sich wie Magie anfühlt.
Die Wucht des Treffers: Wenn Technik auf puren Willen trifft
Der perfekte “Ippon”: Das Zusammenspiel von Körper und Geist
Jeder Kendoka träumt davon, den perfekten “Ippon” zu landen – diesen klaren, präzisen Treffer, der von einem kraftvollen Kiai begleitet wird und den Geist des Gegners bricht. Wenn man selbst einen solchen Treffer setzt, fühlt es sich an, als ob alles perfekt zusammenkommt: die richtige Distanz, die präzise Technik, der explosive Schritt nach vorne und der durchdringende Schrei, der aus tiefstem Inneren kommt. Bei diesem Turnier hatte ich einen solchen Moment, als ich nach einer langen Abwehrphase eine kleine Lücke in der Deckung meines Gegners sah und intuitiv einen schnellen “Kote”-Schlag setzte. Der Klang des Shinai auf dem Kote-Schutz war sauber und laut, mein Kiai hallte durch die Halle, und für einen Moment wusste ich: Das war es. Es ist nicht nur die körperliche Anstrengung, die in diesem Moment zählt, sondern auch die mentale Stärke, diesen Moment zu erkennen und ohne Zögern zuzuschlagen, ohne auch nur den kleinsten Zweifel zuzulassen. Man spürt die Kraft, die durch den ganzen Körper fließt, von den Füßen über die Hüfte bis in die Arme, alles gebündelt in diesem einen, entscheidenden Moment. Ich habe dabei gemerkt, wie wichtig es ist, nicht nur die Bewegungen zu trainieren, sondern auch das Timing und die Entschlossenheit, die einen guten Schlag von einem großartigen Schlag unterscheiden. Dieses Gefühl, wenn man einen klaren Ippon setzt, ist die Belohnung für all die Stunden im Dojo und treibt einen immer wieder an, noch besser zu werden und nach dieser Perfektion zu streben.
Schmerz und Triumph: Die physische Seite des Kendo
Kendo ist zweifellos ein körperlich anspruchsvoller Sport, der uns oft an unsere physischen Grenzen bringt. Nach einem langen Kampf, besonders wenn es viele schnelle Angriffe und Abwehren gab, spürt man jeden Muskel im Körper. Meine Schultern schmerzten, die Handgelenke waren müde, und mein Nacken war steif vom ständigen Blickkontakt und der Anspannung, die sich im ganzen Körper festgesetzt hatte. Aber dieser Schmerz ist ein integraler Bestandteil des Erlebnisses; er erinnert dich daran, wie hart du gearbeitet hast und wie viel du in diesen Sport investierst. Ich habe während der Pausen immer wieder meine Hände überprüft, die trotz der Kote doch ab und zu blaue Flecken bekommen. Es ist ein Zeichen der Anstrengung, aber auch des Stolzes, dass man sich dieser Herausforderung gestellt hat. Ich erinnere mich an einen besonders intensiven Kampf, in dem ich mehrmals auf den Kopf geschlagen wurde, was durch den Men gut geschützt ist, aber der Aufprall ist dennoch deutlich spürbar und schüttelt einen kurz durch. Man muss sich sofort wieder sammeln und weitermachen, darf sich keine Schwäche anmerken lassen. Diese Fähigkeit, trotz körperlicher Belastung einen klaren Kopf zu bewahren und die Konzentration aufrechtzuerhalten, ist etwas, das Kendo wie kaum eine andere Sportart lehrt. Es ist ein Triumph des Willens über den Körper, und das macht jeden Kampf, egal ob Sieg oder Niederlage, zu einer wertvollen Erfahrung. Man lernt, die eigenen Grenzen nicht nur zu akzeptieren, sondern sie auch immer wieder zu verschieben und zu erweitern.
| Kendo-Schlag (Datotsu) | Zielbereich | Kurzbeschreibung & Besonderheit |
|---|---|---|
| Men (面) | Kopf (Oberseite, Stirn) | Der häufigste und oft entscheidende Schlag. Erfordert präzises Timing, die volle Integration des Körpers und einen lauten Kiai. |
| Kote (小手) | Handgelenk (rechts und/oder links) | Ein schneller, oft überraschender Schlag auf das Handgelenk, besonders effektiv, wenn der Gegner seinen Schutz öffnet. |
| Do (胴) | Bauch/Seite (rechte oder linke Flanke) | Ein anspruchsvoller Schlag auf die Rumpfseite, erfordert eine seitliche Ausweichbewegung und hohe Präzision im richtigen Moment. |
| Tsuki (突き) | Kehle (nur unter bestimmten Bedingungen) | Ein gefährlicher Stoß zur Kehle, der nur von erfahrenen Kendoka ausgeführt werden darf und höchste Kontrolle erfordert. |
Niederlagen, die lehren: Was ein “Men” über mich selbst verriet
Umgang mit Enttäuschung: Die Kunst des Wiederaufstehens
Klar, niemand geht gerne als Verlierer von der Shiai-Fläche. Ich hatte bei diesem Turnier auch meine Momente der Enttäuschung, besonders nach einem Kampf, den ich meiner Meinung nach hätte gewinnen können. Man analysiert im Kopf jeden Schlag, jede Bewegung, jeden Fehler. “Hätte ich doch nur…”, “Warum habe ich nicht…”, diese Gedanken kreisen unaufhörlich und zeugen von der menschlichen Natur des Wettkampfs. Diese Gedanken sind menschlich und gehören dazu. Aber Kendo lehrt uns auch, wie man mit diesen Gefühlen umgeht, sie akzeptiert und daraus lernt. Mein Sensei hat uns immer gesagt, dass eine Niederlage keine Schande ist, sondern eine Chance zur Verbesserung. Es ist nicht nur wichtig, was man aus einem Sieg lernt, sondern vor allem, was man aus einer Niederlage zieht und wie man diese Erfahrungen nutzt, um stärker zu werden. Ich habe nach einem besonders knappen Kampf, den ich im Enchousen, der Verlängerung, verloren hatte, tief durchgeatmet und versucht, nicht in Selbstmitleid zu versinken. Stattdessen habe ich mir vorgenommen, die Fehler, die ich gemacht habe, genau zu identifizieren und sie im nächsten Training gezielt anzugehen. Diese Fähigkeit, sich nach einer Enttäuschung wieder aufzurichten und mit neuem Elan weiterzumachen, ist eine der wertvollsten Lektionen, die Kendo mir im Leben beigebracht hat. Es ist ein Zeichen von innerer Stärke und Reife, nicht nur im Sport, sondern auch im ganz normalen Alltag, wo Rückschläge oft unvermeidlich sind.
Die Selbstreflexion nach dem Kampf: Schwächen erkennen
Nach jedem Kampf, besonders nach einer Niederlage, ist die Selbstreflexion unerlässlich. Man zieht sich kurz zurück, nimmt den Men ab und lässt den Kampf noch einmal Revue passieren. Wo war ich zu langsam? Wo habe ich meine Deckung vernachlässigt? Habe ich zu zögerlich agiert oder war ich zu ungeduldig, und wie hätte ich es besser machen können? Ich habe bei diesem Turnier gemerkt, dass meine Fußarbeit in manchen Situationen noch nicht präzise genug ist. Manchmal stand ich zu flach, was meine Schnelligkeit beeinträchtigte, oder meine Kamae, meine Grundhaltung, war nicht stabil genug, was mich anfällig für gegnerische Angriffe machte. Es sind diese kleinen, aber entscheidenden Details, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen können. Ich habe mir Notizen gemacht, um diese Punkte später im Training mit meinem Sensei zu besprechen, denn ein offenes Ohr für konstruktive Kritik ist Gold wert. Es geht nicht darum, sich selbst zu verurteilen, sondern objektiv die eigenen Schwächen zu erkennen und einen Plan zu entwickeln, wie man sie überwinden kann. Diese ehrliche Auseinandersetzung mit sich selbst ist ein Kernprinzip des Kendo und ein Weg zur ständigen Verbesserung, der weit über die Kampfkunst hinausgeht. Es hat mir geholfen, nicht nur ein besserer Kendoka, sondern auch ein kritischerer und selbstbewussterer Mensch zu werden, der seine Fehler nicht als Versagen, sondern als Lernchancen begreift und nutzt.
Der Zusammenhalt im Dojo: Mehr als nur Sportkameraden
Die Unterstützung der Teamkollegen: Eine Quelle der Kraft
Was Kendo-Turniere neben dem Wettkampfgeist so besonders macht, ist die unglaubliche Unterstützung, die man von seinen Teamkollegen erfährt. Egal, ob man gerade selbst auf der Shiai-Fläche steht oder an der Seite sitzt und zusieht, wie ein Freund kämpft – die Energie, die man sich gegenseitig gibt, ist immens und spürbar. Ich erinnere mich, wie meine Teamkameraden nach einem besonders anstrengenden Kampf sofort da waren, um mir Wasser anzubieten, mein Bogu zu richten oder einfach nur ein paar aufmunternde Worte zu sagen, die in diesem Moment so viel bedeuten können. Es ist diese Art von Zusammenhalt, die weit über das reine Sportlerdasein hinausgeht und eine echte Gemeinschaft schafft, in der man sich aufgehoben und verstanden fühlt. Man teilt die Triumphe und die Enttäuschungen, man fiebert mit jedem Schlag mit und spürt die gleiche Anspannung, die durch die ganze Halle geht. Ich habe dabei gemerkt, dass man in Kendo nicht allein ist, selbst wenn man physisch gegen einen Gegner kämpft. Die kollektive Energie des Teams trägt einen durch die schwierigsten Momente und gibt einem die Kraft, noch einen draufzulegen, wenn man eigentlich schon aufgeben wollte. Es ist ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass man von Menschen umgeben ist, die die gleiche Leidenschaft teilen und einen bedingungslos unterstützen, sowohl auf als auch abseits der Shiai-Fläche. Diese Bande, die sich im Dojo und auf Turnieren bilden, sind für mich persönlich genauso wertvoll wie jeder gewonnene Punkt und bleiben ein Leben lang bestehen.
Gemeinsam wachsen: Feedback und Ermutigung
Nach den Kämpfen, wenn der erste Adrenalinschub abgeklungen ist und sich die Anspannung langsam löst, setzen wir uns oft zusammen und besprechen die einzelnen Begegnungen. Es ist unglaublich hilfreich, Feedback von anderen zu bekommen, die den Kampf aus einer anderen Perspektive gesehen haben. “Du hättest den Kote früher setzen können,” oder “Deine Kamae war in diesem Moment etwas offen” – solche konstruktiven Hinweise sind Gold wert, denn sie öffnen die Augen für eigene Fehler, die man im Eifer des Gefechts nicht selbst bemerkt hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man oft selbst blind für die eigenen Fehler ist, wenn man mitten im Geschehen steckt und sich voll und ganz auf den Kampf konzentriert. Die objektive Sichtweise der Teamkollegen hilft dabei, die Schwächen klar zu erkennen und gezielt daran zu arbeiten, um sich stetig zu verbessern. Aber es geht nicht nur um Kritik, sondern auch um Ermutigung. Wenn man einen guten Schlag gelandet hat oder eine Abwehr besonders gut funktioniert hat, bekommt man sofort positive Rückmeldung, die motiviert und das Selbstvertrauen stärkt. Diese Kombination aus ehrlicher Analyse und aufbauenden Worten fördert nicht nur die individuelle Entwicklung, sondern stärkt auch den Teamgeist enorm. Ich habe bei diesem Turnier gemerkt, wie wichtig diese gemeinsame Reflexion ist, um nicht nur als Einzelkämpfer, sondern als gesamte Gruppe besser zu werden. Es ist ein ständiger Prozess des Lernens und des Wachstums, der durch den Zusammenhalt im Dojo erst richtig ermöglicht und bereichert wird.
Vom Training zur Turnierform: Die harte Arbeit hinter den Erfolgen

Die Disziplin des “Keiko”: Tausend Wiederholungen für Perfektion
Was viele Außenstehende vielleicht nicht sehen, ist die unermüdliche Arbeit, die hinter jeder Kendo-Bewegung steckt. Die Stunden im Dojo, die unzähligen “Suburi”-Schläge, die immer gleichen Grundtechniken, die immer wieder bis zur Erschöpfung wiederholt werden – das ist das “Keiko”, das Training, das uns auf Turniere vorbereitet und uns formt. Ich habe vor diesem Turnier versucht, meine Routine noch einmal zu intensivieren. Jeden Abend nach der Arbeit habe ich eine Stunde extra im Dojo verbracht, um an meiner Haltung, meiner Geschwindigkeit und meiner Ausdauer zu feilen, selbst wenn der Körper schon müde war. Manchmal fühlt es sich monoton an, diese ewigen Wiederholungen, man fragt sich, wann endlich der Durchbruch kommt. Aber genau in dieser Monotonie liegt die Meisterschaft. Man lernt, die Bewegungen so zu verinnerlichen, dass sie im entscheidenden Moment wie aus dem Effeff kommen, ohne dass man bewusst darüber nachdenken muss, fast schon instinktiv. Es ist wie das Aufbauen eines Muskelgedächtnisses, das im Kampf den Unterschied ausmacht, wenn jede Millisekunde zählt. Ich habe in diesen Trainingsphasen oft über meine Grenzen gehen müssen, bis die Arme brannten und die Beine schwer wurden, und man dachte, man kann nicht mehr. Aber ich weiß, dass jeder Tropfen Schweiß, jeder Schmerz im Muskel, ein Investment in die eigene Entwicklung ist. Und wenn man dann im Turnier merkt, wie eine bestimmte Technik, die man tausendmal geübt hat, perfekt sitzt, ist das ein unbeschreibliches Gefühl der Bestätigung und des Triumphes über die eigene Bequemlichkeit und den inneren Schweinehund.
Mentale Stärke aufbauen: Der Geist als stärkste Waffe
Neben der physischen Konditionierung ist die mentale Stärke im Kendo von entscheidender Bedeutung. Man kann die beste Technik haben, die schnellsten Beine, aber wenn der Geist nicht klar und fokussiert ist, bringt das alles nichts, der Körper kann seine Fähigkeiten nicht voll entfalten. Mein Sensei hat uns immer wieder erklärt, dass der Kampf bereits im Kopf beginnt, lange bevor man die Shiai-Fläche betritt. Es geht darum, Selbstzweifel zu überwinden, Ängste zu kontrollieren und sich vollständig auf den Moment zu konzentrieren, alles andere auszublenden. Ich habe vor dem Turnier viel Zeit in Visualisierungsübungen investiert, mir vorgestellt, wie ich verschiedene Szenarien meistere, wie ich erfolgreich Angriffe setze und abwehre, immer wieder bis es sich echt anfühlte. Diese mentale Vorbereitung hilft ungemein, die Nervosität in Schach zu halten und mit einem Gefühl der inneren Ruhe in den Kampf zu gehen, mit dem vollen Vertrauen in die eigene Stärke. Es ist eine faszinierende Reise, auf der man lernt, den eigenen Geist zu beherrschen, die Gedanken zu kontrollieren und sich von negativen Einflüssen abzuschotten. Ich habe dabei gemerkt, wie diese mentale Arbeit nicht nur meine Kendo-Leistung verbessert, sondern auch meinen Alltag positiv beeinflusst. Man wird widerstandsfähiger, fokussierter und lernt, mit Stress und Druck umzugehen. Kendo ist wirklich eine Schule für das Leben, in der der Geist die stärkste Waffe ist, die man schmieden kann und die uns in allen Lebenslagen hilft.
Das Echo der Kiais: Die mentale Kraft, die alles verändert
Der Kiai: Mehr als nur ein Schrei
Der Kiai ist im Kendo so viel mehr als nur ein lauter Schrei. Er ist die Manifestation des Geistes, die Bündelung der Energie und der Ausdruck der Entschlossenheit, die in jedem Kendoka schlummert. Wenn man einen Kiai setzt, geht es nicht nur darum, den Gegner zu erschrecken oder die Richter zu beeindrucken, sondern vielmehr darum, die eigene innere Stärke freizusetzen und zu kanalisieren. Es geht darum, den Willen zu schärfen und die körperliche Aktion mit mentaler Kraft zu untermauern, eine perfekte Synergie aus Körper und Geist. Ich erinnere mich an einen Moment in einem meiner Kämpfe, als ich mich müde fühlte und meine Technik zu wünschen übrigließ, die Konzentration zu bröckeln begann. Ich habe tief Luft geholt und einen Kiai gesetzt, der aus tiefstem Inneren kam, und in diesem Moment spürte ich, wie eine neue Welle von Energie durch mich strömte. Es war, als ob der Kiai meinen Körper und Geist wieder miteinander verband und mir neue, unerwartete Kraft gab, mich wieder aufzurichten. Es ist ein faszinierendes Phänomen, wie dieser Schrei nicht nur den Gegner beeinflusst, indem er ihn unter Druck setzt, sondern auch den Kendoka selbst. Man fühlt sich sofort präsenter, entschlossener und fokussierter, als wäre ein Schalter umgelegt worden. Ich habe bei diesem Turnier definitiv gelernt, die Kraft des Kiai nicht zu unterschätzen. Es ist ein mächtiges Werkzeug, das man nicht nur als Kampfruf, sondern auch als Mittel zur Selbstmotivation und zur Stärkung des eigenen Geistes einsetzen kann. Wer Kendo praktiziert, lernt, diesen inneren Schrei zu nutzen, um über sich hinauszuwachsen und seine volle潛kraft zu entfalten.
Die Wirkung des Geistes auf den Körper: Die Einheit von “Shin-Gi-Tai”
Im Kendo spricht man von “Shin-Gi-Tai no Itchi”, der Einheit von Geist (Shin), Technik (Gi) und Körper (Tai). Dieses Prinzip war für mich während des gesamten Turniers so greifbar wie nie zuvor. Man kann die beste Technik beherrschen und körperlich topfit sein, aber wenn der Geist nicht mitspielt, wenn man zweifelt oder die Konzentration verliert, dann bricht das ganze System zusammen und man kann sein Potenzial nicht abrufen. Umgekehrt kann ein starker, unerschütterlicher Geist den Körper zu Leistungen anspornen, die man sich vorher nicht zugetraut hätte, fast schon übernatürlich. Ich habe in einem der Kämpfe gemerkt, wie meine Beine langsam müde wurden, meine Arme schwer und die Erschöpfung einsetzte. Aber mein Wille, nicht aufzugeben, meine Entschlossenheit, weiterzukämpfen, war stärker, und ich habe mich geweigert, nachzulassen. Und in diesem Moment schien der Körper noch einmal eine Reserveschublade zu öffnen, eine letzte Kraftreserve freizusetzen. Es ist diese unglaubliche Wechselwirkung zwischen Geist und Körper, die Kendo so tiefgründig und lehrreich macht, weit über das reine körperliche Training hinaus. Der Kiai ist dabei oft das sichtbare Zeichen dieser inneren Einheit, der Moment, in dem alles zusammenkommt und man eins wird mit seiner Bewegung. Ich habe gelernt, dass wahre Stärke nicht nur in den Muskeln liegt, sondern vor allem in der Fähigkeit, den eigenen Geist zu kontrollieren und ihn als Motor für körperliche Leistung zu nutzen. Dieses Turnier war für mich eine weitere Bestätigung, dass Kendo weit über das bloße Fechten hinausgeht und eine tiefe Philosophie des Lebens und der Selbstbeherrschung vermittelt, die uns in jedem Bereich stärkt.
Zum Abschluss
Puh, was für ein Turnier! Die letzten Stunden waren eine Achterbahn der Gefühle, voller Anspannung, Adrenalin und dem puren Nervenkitzel des Wettkampfs. Jeder Schlag, jeder Schritt, jeder Kiai hat mich nicht nur körperlich, sondern auch mental gefordert. Doch genau das ist es, was Kendo für mich so einzigartig macht – es ist eine ständige Reise der Selbstentdeckung und des Wachstums. Ich habe wieder einmal gespürt, wie viel ich noch lernen kann, aber auch, wie weit ich schon gekommen bin. Die Gemeinschaft im Dojo, die Unterstützung meiner Sensei und Teamkollegen, all das ist unbezahlbar und macht jeden Schmerz, jede Enttäuschung wett. Ich bin mit so vielen neuen Eindrücken und wertvollen Lektionen nach Hause gegangen, die weit über die Shiai-Fläche hinausreichen und mich auch im Alltag stärker machen.
Nützliche Informationen, die man kennen sollte
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Mentale Vorbereitung ist das A und O
Bevor ein Kampf oder ein wichtiges Training beginnt, nehme ich mir immer ein paar Minuten Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Das kann eine kurze Meditation sein, bei der ich mich auf meine Atmung konzentriere, oder einfach das Visualisieren meiner besten Techniken. Ich stelle mir vor, wie ich sauber treffe, wie meine Fußarbeit präzise ist und mein Kiai kraftvoll. Diese mentale Generalprobe hilft mir ungemein, die Nervosität abzuschütteln und mit einem klaren Kopf in die Situation zu gehen. Ich habe gemerkt, dass es nicht nur darum geht, körperlich bereit zu sein, sondern auch mental. Wenn der Kopf nicht mitspielt, ist es fast unmöglich, sein volles Potenzial abzurufen. Probiert es selbst aus: Sucht euch eine ruhige Ecke, schließt die Augen und lasst den Kampf oder das Training vor eurem inneren Auge ablaufen. Es ist erstaunlich, welchen Unterschied das machen kann, um fokussiert und selbstbewusst aufzutreten. Manchmal sind es gerade diese kleinen Rituale, die einem die nötige innere Stärke geben.
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Die Pflege eurer Ausrüstung – euer treuer Begleiter
Euer Bogu ist euer Schutz und euer Partner im Kendo. Daher ist die richtige Pflege absolut entscheidend, nicht nur für die Langlebigkeit eurer Ausrüstung, sondern auch für eure eigene Hygiene und Sicherheit. Nach jedem Training oder Turnier hänge ich meine Ausrüstung immer zum Trocknen auf – niemals einfach in der Tasche lassen! Feuchtigkeit ist der größte Feind und kann zu unangenehmen Gerüchen und Materialschäden führen. Besonders wichtig ist es, das Men gut auszulüften und die Hände nach dem Training zu waschen, bevor man die Kote auszieht, um Schweiß und Bakterienansammlungen zu minimieren. Ich inspiziere auch regelmäßig mein Shinai auf Risse oder Splitter, denn ein gebrochenes Shinai kann nicht nur den Kampf beenden, sondern auch gefährlich werden. Ein gut gepflegtes Bogu gibt euch nicht nur ein besseres Gefühl, sondern zeigt auch euren Respekt vor der Kunst und dem Dojo.
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Körperliche Fitness über das Kendo hinaus
Obwohl Kendo selbst ein hervorragendes Ganzkörpertraining ist, habe ich festgestellt, dass gezieltes Zusatztraining einen enormen Unterschied machen kann. Besonders wichtig sind für mich Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur, da eine stabile Körpermitte entscheidend für kraftvolle Schläge und schnelle Bewegungen ist. Auch meine Beine trainiere ich mit Kniebeugen und Ausfallschritten, um die für Kendo so wichtige explosive Fußarbeit zu verbessern. Ich integriere auch Dehnübungen und Yoga, um meine Flexibilität zu erhalten und Verletzungen vorzubeugen, denn ein geschmeidiger Körper ist ein schnellerer Körper. Es geht nicht darum, wie ein Bodybuilder auszusehen, sondern darum, funktionale Kraft und Ausdauer aufzubauen, die direkt in eure Kendo-Leistung einfließen. Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie viel leichter die langen Trainingseinheiten werden und wie viel schneller ich mich erhole, wenn ich regelmäßig auch abseits des Dojos an meiner Fitness arbeite. Es ist ein Investment in euch selbst und eure Kendo-Reise.
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Der richtige Sensei und das passende Dojo finden
Die Wahl eures Dojos und eures Sensei ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Entscheidungen auf eurem Kendo-Weg. Ein guter Sensei ist nicht nur ein Lehrer der Technik, sondern auch ein Mentor für das Leben. Er sollte nicht nur fachlich kompetent sein, sondern auch eine Atmosphäre schaffen, in der man sich wohlfühlt, Fehler machen darf und zum Lernen und Wachsen motiviert wird. Ich habe das Glück, in einem Dojo zu trainieren, in dem der Zusammenhalt großgeschrieben wird und der Sensei eine unglaubliche Geduld und Weisheit besitzt. Schaut euch verschiedene Dojos an, nehmt an Probetrainings teil und sprecht mit den Schülern. Fragt euch, ob die Philosophie des Dojos zu euch passt und ob ihr euch dort langfristig vorstellen könnt, zu lernen. Manchmal ist es die Chemie, die stimmt, manchmal die Lehrmethodik. Es ist eine persönliche Entscheidung, die euren gesamten Kendo-Weg prägen wird, also nehmt euch Zeit dafür und hört auf euer Bauchgefühl.
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Kendo-Prinzipien im Alltag leben
Kendo lehrt uns so viel mehr als nur das Kämpfen mit einem Shinai. Die Prinzipien wie Respekt (Rei), Höflichkeit, Ausdauer, Selbstbeherrschung und die ständige Suche nach Verbesserung sind universell und unglaublich wertvoll für das tägliche Leben. Ich habe gelernt, geduldiger zu sein, mich besser zu konzentrieren und auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Wenn ich mal wieder im Stau stehe oder eine Frustration im Job erlebe, erinnere ich mich an die Lektionen vom Dojo: tief durchatmen, die Situation analysieren und mit Entschlossenheit und Respekt handeln. Kendo hilft mir, meine eigenen Fehler zu akzeptieren und daraus zu lernen, anstatt mich selbst zu verurteilen. Es ist eine Lebensschule, die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist formt und stärkt. Diese mentalen Werkzeuge, die ich im Kendo erlerne, sind für mich persönlich eine wahre Schatzkiste, die mir in allen Lebenslagen hilft, besser und gelassener mit Herausforderungen umzugehen.
Wichtige Punkte zusammengefasst
Dieses Turnier hat mir einmal mehr gezeigt, dass Kendo eine wunderbare Mischung aus körperlicher Herausforderung, mentalem Schachspiel und tiefgründiger Philosophie ist. Wir haben gesehen, wie das Kribbeln vor dem Kampf uns packt, wie wir versuchen, den Gegner zu “lesen” und die perfekte Distanz zu finden. Jeder Ippon ist das Ergebnis von jahrelangem Training, der Einheit von Geist und Körper. Aber auch Niederlagen sind wertvolle Lektionen, die uns zu besserer Selbstreflexion anleiten und uns lehren, wieder aufzustehen. Der Zusammenhalt im Dojo und die Unterstützung unserer Trainingspartner sind dabei eine unerschöpfliche Quelle der Kraft. Und am Ende des Tages ist es die unermüdliche Disziplin des Keiko, die uns formt und den Geist zu unserer stärksten Waffe macht. Kendo ist eine lebenslange Reise, die uns immer wieder herausfordert, aber uns auch unendlich viel zurückgibt – an Stärke, Fokus und einer tiefen inneren Ruhe.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) 📖
F: läche mein Bestes zu geben und nicht schon vorher im Kopf zu verlieren. Manchmal ist der größte Gegner eben nicht der vor dir, sondern der in dir selbst.Q2: Du betonst, dass Kendo weit über das Dojo hinaus in den
A: lltag wirkt. Kannst du ein persönliches Beispiel dafür geben, wie dir Kendo in einer alltäglichen Situation geholfen hat? A2: Absolut!
Das ist etwas, das ich selbst immer wieder faszinierend finde. Kendo hat mir in vielen Alltagssituationen geholfen, bei denen ich früher vielleicht anders reagiert hätte.
Ein sehr prägnantes Beispiel: Vor ein paar Monaten hatte ich eine extrem stressige Situation bei der Arbeit. Ein großes Projekt lief aus dem Ruder, Deadlines wurden eng, und die Stimmung im Team war angespannt.
Ich spühlte förmlich den Druck. Früher hätte ich wahrscheinlich mit Frustration oder sogar Wut reagiert und die Dinge impulsiv angehen wollen. Aber durch Kendo habe ich gelernt, unter Druck einen klaren Kopf zu bewahren.
Ich habe tief durchgeatmet, mich mental für einen Moment von der Hektik gelöst – fast so, als würde ich vor einem Angriff im Kendo einen Schritt zurückgehen und die Situation analysieren.
Dann konnte ich die Probleme methodisch angehen, Prioritäten setzen und mit meinen Kollegen ruhig und lösungsorientiert kommunizieren. Diese Fähigkeit zur Ruhe und zum Fokus, die ich im Dojo durch unzählige Wiederholungen und mentale Übungen trainiere, war in diesem Moment Gold wert und hat mir geholfen, eine Eskalation zu vermeiden und das Projekt erfolgreich abzuschließen.
Q3: Für jemanden, der gerade überlegt, mit Kendo anzufangen oder schon dabei ist, seine Technik zu verbessern – welche deiner Erkenntnisse würdest du als wichtigsten Ratschlag mit auf den Weg geben?
A3: Das ist eine fantastische Frage, die ich mir am Anfang auch oft gestellt habe! Nach all den Jahren und meinen Turniererfahrungen würde ich sagen, der absolut wichtigste Ratschlag ist: Hab Geduld mit dir selbst und vertraue dem Prozess.
Kendo ist kein Sprint, sondern ein Marathon, ein lebenslanger Weg. Es wird Tage geben, da fühlt sich jeder Hieb klobig an, der Kiai ist schwach, und man hat das Gefühl, auf der Stelle zu treten.
Ich hatte solche Tage schon so oft! Genau in diesen Momenten ist es entscheidend, nicht aufzugeben. Konzentriere dich auf die Grundlagen, das Kihon.
Dein Sensei hat schon Recht, wenn er immer wieder die Basics predigt, denn sie sind das Fundament für alles Weitere. Und was noch viel wichtiger ist: Finde Freude am Lernen und am Weg selbst, nicht nur am Ergebnis.
Wenn du mit einem Lächeln ins Dojo gehst, wissend, dass du wieder etwas Neues lernen oder Altes festigen wirst, dann bist du auf dem richtigen Weg. Vertraue darauf, dass jeder kleine Fortschritt zählt, auch wenn er manchmal unsichtbar scheint.
Kendo formt dich nicht nur physisch, sondern auch mental – und das braucht seine Zeit. Bleib dran, es lohnt sich!






